Ausflugsziele
Jesi und der Verdicchio: der Weißwein, der Alter verträgt
Zwanzig Kilometer südlich beginnt eines der interessantesten Weißweingebiete Italiens, benannt nach den Burgen rund um die Geburtsstadt Kaiser Friedrichs II.
- Entfernung
- ca. 20 km, rund 30 Minuten
- Gut für
- Halber Tag, Weingutbesuch
- Wein
- Verdicchio dei Castelli di Jesi
Der Verdicchio hatte lange ein Imageproblem: In den Siebzigern wurde er in grünen Amphorenflaschen als Urlaubswein verkauft. Das ist vorbei. Heute gilt er als einer der wenigen italienischen Weißweine, die mit den Jahren wirklich besser werden.
Woher der Name kommt
Castelli di Jesi meint die Hügeldörfer rund um Jesi, die historisch politisch und wirtschaftlich zur Stadt gehörten und fast alle mindestens eine Burg oder einen Adelssitz haben. Jesi selbst ist die Geburtsstadt Kaiser Friedrichs II., der 1194 hier zur Welt kam. Ein Name, der einem auf den Etiketten der Gegend immer wieder begegnet.
Das Anbaugebiet liegt im Becken des Flusses Esino und erstreckt sich über gut zwei Dutzend Gemeinden, überwiegend in der Provinz Ancona.
DOC und DOCG
Es gibt mehrere DOC-Kategorien des Verdicchio dei Castelli di Jesi und darüber eine DOCG: den Castelli di Jesi Verdicchio Riserva. Der kommt von ausgewählten Lagen und ist der Wein, der auf Reifung angelegt ist. Wer den Verdicchio nur als leichten Sommerwein kennt, sollte einmal einen Riserva mit fünf oder mehr Jahren probieren.
Was man dort macht
Viele Weingüter zwischen Jesi, Cupramontana und Staffolo bieten Besichtigung und Verkostung an, meist mit Voranmeldung, oft direkt beim Winzer und nicht in einem Besucherzentrum. Das ist der angenehmere Teil dieser Region: Es ist noch kein Tourismusprogramm, sondern jemand, der einem seinen Keller zeigt.
Jesi selbst hat eine ummauerte Altstadt, die man in einer Stunde durchgeht, und einen sehenswerten Platz vor dem Palazzo della Signoria. Als Kombination aus Stadtbummel und Weingut ist das ein guter halber Tag.
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