
Erlebnisse
Trüffelsuche: ein Vormittag im Wald, ein Hund und viel Geduld
Die Marken sind eines der wichtigsten Trüffelgebiete Italiens. Wie eine Suche wirklich abläuft und warum der Hund die Hauptrolle spielt.
- Wann
- Oktober bis Dezember (weißer Trüffel)
- Dauer
- Etwa zwei bis drei Stunden
- Wo
- Acqualagna, Pergola, Arcevia
Man stellt sich das romantischer vor, als es ist. Keine Lichtung, kein Korb voller Knollen. Stattdessen: nasses Laub, ein Hang, ein Hund, der plötzlich stehenbleibt und zu graben beginnt. Und ein Mensch, der ihn im richtigen Moment wegzieht, damit die Knolle heil bleibt.
Warum es Hunde sind und keine Schweine
Schweine finden Trüffel zuverlässig, wollen sie aber auch fressen. Hunde nicht. Deshalb arbeitet in Italien praktisch jeder Trüffelsucher mit speziell ausgebildeten Hunden, oft Lagotto Romagnolo. Die Ausbildung dauert Jahre, und ein guter Hund ist das wertvollste Arbeitsmittel, das ein Tartufaio besitzt.
Der Mensch führt, aber der Hund entscheidet. Das ist der Teil, den man als Gast nicht erwartet: Man läuft hinterher, meistens bergauf, und wartet.
Weiß, schwarz und wann
Die Marken sind sowohl für den weißen als auch für den schwarzen Trüffel bekannt. Der weiße, der teure, hat im Herbst Saison, ungefähr von Oktober bis Dezember. Schwarze Sorten gibt es über größere Teile des Jahres verteilt. Wer den weißen Trüffel erleben will, sollte also im Herbst kommen.
Wo man sucht
Rund um Senigallia selbst gibt es nur wenige Anbieter. Die eigentlichen Trüffelgebiete liegen etwas weiter im Landesinneren, aber gut erreichbar: Arcevia rund 30 Kilometer entfernt, Pergola etwas weiter, und Acqualagna, die Trüffelhauptstadt Italiens, rund eine Stunde Fahrt.
Fast alle Anbieter hängen an die Suche eine Verkostung an. Das ist kein Beiwerk, sondern der eigentliche Punkt: frische Tagliatelle, darüber gehobelter Trüffel, dazu ein regionaler Wein. Wer will, kauft am Ende ein Stück mit nach Hause.
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